Neues an der Werraquelle

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Die Werra und ihre zwei Quellen

Werraquelle bei FehrenbachAuf den Höhen des Thüringer Waldes entspringt in rund 800m NN südlich des Eselsberg bei Masserberg / Fehrenbach einer der Hauptquellflüsse der Weser: die Werra. Bis zum Ende des ersten Jahrtausend wurden die beiden Flüsse namentlich nicht unterschieden. Wesera, Wisara und Wisura waren die althochdeutschen Bezeichnungen. Meist wurde auch -"aha" (für fließendes Wasser) an die Bezeichnung angehangen. Später entwickelte sich aus Uiserra über Viseraha die Werraha, neuhochdeutsch gekürzt Werra.

Seit Jahrzehnten streitet man über die eigentliche Quelle der Werra. Nicht weit vom Bleßberg bei Siegmundsburg, an der Nahtstelle vom Thüringer Wald zum Thüringer Schiefergebirge, entspringt der zweiter Arm der Werra. Einheimische sprechen von der "echten" und der "falschen" Werraquelle. Auch heute noch wird so manche Wortschlacht zwischen Fehrenbachern und Siegmundsburgern geführt. Mehrere Untersuchungen und Gutachten wurden auf Grund der Streitigkeiten in Auftrag gegeben. Diese konnten jedoch keine eindeutige Klärung herbeiführen. Aus diesen Gründen wird die Länge der Werra in verschiedenen Nachschlagewerken auch mit 298 bzw. mit 292 Kilometern angegeben.

Belegt sind jedoch die Quellfassungen. Die Quelle am Zeupelsberg bei Fehrenbach wurde 1897 von Forstmeister Georg Schröder aus Heubach und dem Maurermeister Elias Traut aus Fehrenbach gefasst. Das aus Natursteinen gemauerte Bauwerk schmückt ein Löwenhaupt, aus dessen Maul das Wasser fließt. Am 14. August 1898 wurde die auch als Schrödersche Quellfassung bekannte Quelle mit einem Waldfest feierlich eingeweiht. Erst 12 Jahre später wurde die Quelle bei Siegmundsburg gefasst. Beide Flussarme vereinen sich schließlich bei Sachsenbrunn.

WerrateichDie Werra fließt nach ihrem Quellverlauf meist in nordwestliche Richtungen und durchquert die Städte Eisfeld, Hildburghausen, Meiningen, Bad Salzungen, Eschwege und Bad Sooden- Allendorf. Hierbei überwindet sie einen Höhenunterschied von rund 680 Metern. In Hannoversch Münden vereint sie sich mit der Fulda zur Weser ("wo Werra und Fulda sich küssen, sie beide ihre Namen büßen").

Auf der gesamten Länge des Flusses entlang führt der Werratalradweg. Ab der Quelle bei Fehrenbach führt der Weg nach ca. 2 km vorbei am Werrateich. Einmalig ist die grüne Färbung und der Spiegel des Wassers, was durch einen hohen Kupfersulfatanteil bedingt ist. Durch das stetig leichte Gefälle ist der Radweg auch für nicht so sportlich Engagierte gut geeignet. Ab Henfstädt bei Themar ist die Werra etwas tiefer und man auch an Kanutouren teilnehmen.